Im Kriminallabor (Juni´18)

Ein Chemiekurs geht auf Spurensuche

Am Mittwoch, den 07. 06. 2018, machten wir, der Chemiekurs der Jahrgangsstufe 2 der Wilhelm-Röpke-Schule, Ettlingen uns auf den Weg zum Institut für Chemie der PH Karlsruhe. Die pädagogische Hochschule Karlsruhe wurde im Jahr 1962 gegründet. Mit rund 3700 Studierenden und 180 in der Wissenschaft tätigen Mitarbeitenden zeichnet sie sich durch ein hohes Niveau in Forschung und Lehre aus.

Um 8.45 traf sich der Chemiekurs im Chemiebereich der PH, wo uns die Leiterin des Lehr-Lern-Labors „makeSciene!“, Frau Sabrina Syskowski herzlich begrüßte. Drei Chemiestudentinnen waren heute für unsere Betreuung verantwortlich und stellten uns das Konzept des Laborkurses zunächst vor:

Heute handelte es sich um das Kriminallabor PH Karlsruhe, bei welchem wir mittels verschiedener Indizien herausfinden sollten, wie sich „der Unfall“ ereignet haben könnte bzw. wer der Täter war. Der Vorfall wurde uns wie folgt geschildert:

Aufgrund bisher ungeklärter Umstände kam der Unfallbeteiligte mit seinem Pkw von der Fahrbahn ab und kollidierte in Folge dessen mit einem am Straßenrand befindlichen Baum.

Der hinzugerufene Notarzt konnte lediglich den Tod des Unfallbeteiligten, vermutlich durch eine Verletzung am Hinterkopf feststellen. Wie sie herbeigeführt wurde ist fraglich, da der Airbag ausgelöst wurde. Des Weiteren war die Sitzeinstellung nicht auf die Größe des Opfers eingestellt, was darauf schließen lässt, dass eine andere Person zum Zeitpunkt des Unfalls das Auto lenkte.

Die Spurensicherung konnte folgende Beweisstücke konfiszieren: Den Airbag, eine Fensterscheibe und pergamentartige leere Schriftstücke.

Nachdem wir uns mit Labormantel, Brille und Handschuhe bewaffnet hatten, ging es schon ins Labor. Als erstes untersuchten wir die Spur ,,Airbag‘‘ mit Hilfe einer zusätzlichen positiv und negativ Probe. Dies wurde gemacht um das Ergebnis der Spur zuordnen zu können, sogenannte Vergleichsproben. Hierzu wurden Agar, Stärke und Wasser in ein Becherglas gegeben und erhitzt. Diese Substanz fügten wir in drei Petrischalen und legten die Tatort-Probe, eine negative Probe und eine Probe mit unserem Speichel auf die abgekühlte Substanz. Die Amylase des Speichels spaltete die Stärke, die in Verbindung mit einer Iodkaliumiodid-Lösung einen blauvioletten Iod-Stärke-Einlagerungskomplex bilden würde. So konnte mittels negativen Stärkenachweisen Speichel auf den Airbagstücken nachgewiesen werden. Das Besondere dieser Methode ist, dass die DNS im Speichel nicht zerstört wird.

Als nächste Spur hatten wir die ,,Fensterscheibe‘‘. Hier benutzten wir die Daktyloskopie, Personenidentifizierung mittels der Fingerabdrücke. Um die Untersuchungsmethode kennen zu lernen nutzen wie unsere eigenen Fingerabdrücke. Hierfür benötigten wir einen feinen Pinsel, einen Objektträger, einen durchsichtigen Klebestreifen und weißes Pulver. Dann ging es an die Fensterscheibe. Wir tupften das weiße Pulver auf die Fensterscheibe, dadurch erscheinen die Fingerabdrücke weiß. Danach klebten wir etwas Klebestreifen an die Stellen und übertrugen diese auf ein schwarzes Papier. Mittels der Sicherung auf dem schwarzen Papier konnten wir die Fingerabdrücke mit den Personalakten vergleichen und fanden unsere/n ersten Verdächtigen.

Als letztes ging es an die pergamentartigen leeren Schriftstücke. Bei dieser Untersuchung lernten wir drei verschiedene Arten an Geheimtinte kennen.

Nachdem wir die Botschaften mit den drei Geheimtinten wieder sichtbar gemacht hatten, stellten wir alle Beweismittel zusammen und fanden die Täter.

Insgesamt hatten wir alle sehr viel Spaß bei diesem Kriminallabor, da die Neugier, wer der Täter ist, anhaltend da war. Es ist absolut empfehlenswert und die Schulklassen nach uns, können sich auf ein tolles Lernerlebnis im Bereich der Chemie freuen.

Die Betreuerinnen waren sehr nett und hilfsbereit und konnten uns alle Fragen beantworten. Nachdem wir die Labormäntel ausgezogen hatten, gingen wir in den Anfangsraum zurück, wo wir einen Fragebogen zur Rückmeldung an die Studierende und den Laborkurs ausfüllten. Die Ergebnisse des Fragebogens verwendet Sabrina Syskowski in ihrer Doktorarbeit, die von Prof. Dr. Matthias Ducci betreut wird.

Wir bedanken uns für die Einladung der PH Karlsruhe und freuen uns auf ein Wiedersehen!

WG 2/1 Viktoria Gajbach



Kriminallabor (Juni´18)


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