Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage

Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage

Ein Projekt macht Schule

„Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ („SOR-SMC“) ist ein Projekt von und für Schüler/innen, die gegen alle Formen von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, aktiv vorgehen und einen Beitrag zu einer gewaltfreien, demokratischen Gesellschaft leisten wollen.

Beteiligte am Projekt

Schirmträger:
- Landkreis Karlsruhe

Schirmherrschaft:
- Landrat des Landkreises Karlsruhe

Unterstützung durch:
- Polizeipräsidium Karlsruhe
- Förderverein der Schule
- Förderverein „Sicherer südlicher Landkreis“
- SMV und Elternschaft der Schule

Projektberichte

Besuch des ehemaligen KZ Theresienstadt (2015)

Besuch im Rahmen von Schule ohne Rasissmus - Schule mit Courage (Juli 2015)

Die Wilhelm-Röpke-Schule Ettlingen ist seit 2006 eine „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“. In unserem Denken und Handeln wollen wir, die Schülerinnen und Schüler der WRS, nach diesem Motto jedes Jahr aufs Neue eine Aktion zur Völkerverständigung und gegen jegliche Art von Diskriminierung durchführen. Am 01.07.2015 besuchten wir, die Klasse WG 2/1, in Verbindung mit diesem Leitmotto das ehemalige Konzentrationslager Theresienstadt.2016 Theresienstadt1

In den Jahren 1780 bis 1790 wurde Theresienstadt als Festung angelegt, die dank idealer Lage in der Nähe von Prag Böhmen schützen sollte. Schon in der Zeit der Habsburger Monarchie wurde ein Teil des Festungskomplexes als Gefängnis und Zuchthaus für politische und militärische Gefangene umfunktioniert. Die prägendste und grausamste Zeit in der Geschichte der Festung und der angrenzenden Stadt waren jedoch die Jahre des 2. Weltkriegs. Die kleine Stadt wurde zum Ghetto, das von den Nationalsozialisten als Vorzeigeghetto in Propagandavideos ein falsches Bild vermittelte. Das kleine Fortifikationssystem und die anliegende Stadt wurden damit zu einem wesentlichen Glied der ungeheuerlichen Maschinerie zur „Endlösung der Judenfrage“. Über 35.000 Menschen wurden in Theresienstadt ermordet, weitere 83.000 kamen nach der Deportation aus Theresienstadt in den Vernichtungslagern im Osten, in den Arbeitslagern und auf den Todesmärschen gegen Kriegsende ums Leben. Eine Führung durch die Tunnelsysteme der Festung, über die Hinrichtungsstätten auf den weitläufigen Grünflächen und in die Massenzellen verdeutlichte uns die Grausamkeit dieser Zeit. Die winzigen, dunklen Zellen werden uns noch lange im Gedächtnis bleiben und haben uns die menschenunwürdigen Lebensumstände gezeigt. In einer solchen Zelle war von 1914 bis zu seinem Tod 1918 der bekannteste Insasse, Gavrilo Princip, eingesperrt. Er hatte das den Ersten Weltkrieg auslösende Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand verübt und war zu zwanzig Jahren Festungshaft verurteilt worden.

Im Anschluss an die Führung sahen wir einen NS-Propagandafilm über Theresienstadt. Als wir danach das Gelände wieder verließen, verdeutlichten uns die hunderttausend Gedenktafeln vor der Festung noch einmal, was wir an diesem Tag gesehen hatten. Nach einem Besucht im Ghetto-Museum in der Stadt fuhren wir mit vielen prägenden Eindrücken wieder zurück nach Prag. 2016 Theresienstadt2

Nach diesem eindrucksvollen Tag können wir nachvollziehen, wie wichtig interkulturelle und transreligiöse Kommunikation ohne Rassismus für ein friedliches und sicheres Leben ist. Angesichts der aktuellen Situation in Europa, mit Flüchtlingskrise und Fremdenfeindlichkeit zeigt uns ein Blick in unsere Geschichte, wie bedeutend es ist, offen alle Mitmenschen zu respektieren, zu akzeptieren, um mit Courage und ohne Rassismus ein glückliches Miteinander zu schaffen.

Lisa Jörger

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Schokoladenverkauf als Brandopferhilfe (2013)

Inmitten einer täglichen Flut von Katastrophenmeldungen sind es oft die Einzelschicksale, die wirklich Bestürzung bei den Menschen hervorrufen. So auch die Geschichte eines Hausbrandes in Backnang im April, bei der ein Mann türkischer Abstammung seine Frau und sieben seiner zehn Kinder verlor. Neben diesem unersetzlichen Verlust steht die Familie auch zwei Monate später immer noch vor finanziellen Problemen, nachdem ihre Existenz innerhalb von Minuten den Flammen zum Opfer fiel. Die Öffentlichkeit schaut in solchen Fällen zunächst zwar immer hin, doch wenn sich die nächste Katastrophe ankündigt, tritt diese in den Fokus. Die Schülervertretung der Wilhelm-Röpke-Schule Ettlingen hat deshalb beschlossen, dort weiterzumachen, wo andere vielleicht aufhören, und die Einnahmen aus einer Verkaufsaktion von Schokolade in Höhe von 150,- Euro nach Backnang zu spenden. Wohl nur ein symbolischer Tropfen auf den heißen Stein beziehungsweise auf dem Spendenkonto der betroffenen Familie, doch auch ein Zeichen an die Familie, dass es junge Menschen gibt, die sie noch nicht vergessen haben. Solche und weitere Projekte werden von der SMV der Wilhelm-Röpke-Schule auch im Rahmen des Aktionsprogramms „Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage“ organisiert und von der Schülerschaft mitgetragen.

Samuel Zinn, Schülersprecher der WRS Ettlingen

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Umfrage (2011)

„Wilhelm-Röpke-Schule, eine Schule ohne Rassismus!“

Das behaupten wir von uns, aber ob das auch wirklich stimmt, hat die SMV nachgeprüft.

Im April 2011 hat die Anti-Rassismus Gruppe der Schüler mit Verantwortung unter der Leitung von Marvin Heß und Andreas Mayer eine Umfrage unter 178 Schülern der Wilhelm-Röpke-Schule durchgeführt, deren Ergebnisse am 2. Mai 2011 erstmals veröffentlicht wurden.

Tatsächlich sind 89% der „ur-deutschen“ Schüler mit Schülern mit Migrationshintergrund befreundet. Nicht ganz so gut sah es bei den Vorurteilen aus. Lediglich 54% gaben an absolut keine Vorurteile zu haben, während 30% zugaben einige wenige Vorurteile gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund zu haben.

Dass die Schule sich öffentlich gegen Rassismus bekennt, ist mit 89% der breiten Allgemeinheit bekannt. Mit 87% würden die meisten, aber immer noch nicht alle Eltern eine Beziehung ihrer Kinder mit einem nicht deutschstämmigen Menschen befürworten. Leider mussten 35% der Schüler bereits negative Erfahrungen mit Menschen mit Migrationshintergrund machen. Besonders häufig wurden Aggressivität, Beleidigungen und Kulturintoleranz genannt. Während praktisch alle Schüler gerne Urlaub im Ausland machen, interessieren sich nur zwei Drittel tatsächlich für die Kultur in ihrem Urlaubsland.

Insgesamt scheint die Wilhelm-Röpke-Schule sehr mutige Schüler zu haben, da fast drei Viertel bei der Umfrage angaben diskriminierten Menschen helfen zu wollen, auch wenn für sie dadurch Nachteile entstünden.

Dass Rassismus ein Problem ist, darin sind sich fast alle Schüler einig. Lediglich 11% der Schüler sehen Rassismus als geringes oder gar kein Problem an. Warum 13% der Schüler schon einmal diskriminiert wurden, hat verschiedene Gründe. Neben Hautfarbe und Migrationshintergrund scheinen auch Musikgeschmack und Körperfülle eine große Rolle zu spielen.

Die SMV möchte mit dieser Umfrage ein klares Bild der aktuellen Situation schaffen und die Schüler, sowie die Öffentlichkeit für das immer noch aktuelle Thema Rassismus und Diskriminierung sensibilisieren. Schließlich sind wir alle Menschen, die miteinander respektvoll umgehen sollten.

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Stolpersteine für Ettlingen (2010)

Die SMV der Wilhelm-Röpke-Schule hat sich im Rahmen des Großprojektes „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ an der Aktion des Künstlers Gunter Demnig „Stolpersteine für Ettlingen“ beteiligt.

Der Schülersprecher hat in der SMV-Sitzung für diese Idee geworben und konnte die Mitschüler dafür begeistern ein Zeichen zu setzen.

„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn der Name vergessen ist“, dieses Motto war allen einleuchtend.

Lazarus Spielmann, ein 17-jähriger Jude aus der Ettlinger Marktstraße, erhielt so einen Gedenkstein durch die Spenden der SMV.

Der Betrag für den Stolperstein wurde durch Verkauf von Nikoläusen im Dezember des Vorjahres erwirtschaftet.

Bei der Gedenksteinverlegung waren Vertreter der SMV anwesend, um durch ihre Anwesenheit ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen.
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Besuch des Theaterstücks „Und dann kam Alex“ (September 2009)

Im Rahmen des Großprojektes „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ besuchten zu Schuljahresbeginn alle Schülerinnen und Schüler der Vollzeitklassen das Theaterstück „Und dann kam Alex“, von Karl Koch, das vom Schauspielern des Ensemble „Radiks“ aus Berlin gespielt wurde.

In Kooperation mit dem Eichendorff-Gymnasium Ettlingen konnte das Stück an zwei Tagen in der dortigen Aula aufgeführt werden.

Die Zuschauer/innen erlebten in Form eines Stationendramas eine Eskalation der Gewalt. In dem Stück wurde deutlich, wohin im Extremfall Mobbing und Demütigungen durch Mitschüler/innen führen können.

Im anschließenden Gespräch mit den Schauspielern konnten sich die Schülerinnen und Schüler zum Inhalt des Stücks äußern als auch über eigene Erfahrungen berichten und Fragen stellen. Es ergab sich ein reger Austausch, der in der Schule in einzelnen Unterrichtsstunden wieder aufgegriffen wurde.

Den Schülerinnen und Schülern der Wilhelm-Röpke-Schule war die Einbettung dieser Aktion in das Großprojekt „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ klar, weil sie erst kürzlich wieder mit ihrer Unterschrift bekräftigt hatten, dass sie sich aktiv gegen Rassismus und Gewalt in Schule und Gesellschaft einsetzen wollen.

Link zum Ensemble „Radiks“: http://www.ensemble-radiks.de/

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Durchführung der jährlichen Unterschriftenaktion (September 2008)

Im Schuljahr 2008/2009 haben 89% der neuen Schülerinnen und Schüler die folgenden drei Punkte im Rahmen unseres Projektes „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ mit ihrer Unterschrift bestätigt.

Ich werde mich dafür einsetzen, dass es zu einer zentralen Aufgabe meiner Schule wird, nachhaltige und langfristige Projekte, Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln, um Diskriminierungen, insbesondere Rassismus, zu überwinden.

Wenn an meiner Schule Gewalt, diskriminierende Äußerungen oder Handlungen ausgeübt werden, wende ich mich dagegen und setze mich dafür ein, dass wir in einer offenen Auseinandersetzung mit diesem Problem gemeinsam Wege finden, uns zukünftig gegenseitig zu achten.

Ich setze mich dafür ein, dass an meiner Schule ein Mal pro Jahr ein Projekt zum Thema Diskriminierungen durchgeführt wird, um langfristig gegen jegliche Form von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, vorzugehen.

Der Pate der Aktion, Landrat Dr. Christoph Schnaudigel, hat in einem Schreiben an die SMV allen an diesem Projekt Beteiligten weiterhin viel Erfolg gewünscht. Er bestätigt, dass es gerade in der heutigen Zeit immer wichtiger werde, Projekte, in denen sich Schülerinnen und Schüler gegen Rassismus wenden, zu unterstützen. Die Wilhelm-Röpke-Schule habe in dieser Hinsicht eine Vorbildfunktion übernommen.
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Besuch des Kinofilms „Die Welle“ mit anschließender Besprechung der Thematik (April ´08)

Stell´ Dir vor, es gibt Faschismus und fast alle machen mit.

Mit dieser Situation konnten sich die Schüler und Schülerinnen der Wilhelm-Röpke-Schule eine Kinoaufführung lang, vielleicht auch länger, auseinandersetzen.

Nach einer entsprechenden Vorbereitung im Fach Geschichte/Gemeinschaftskunde besuchten sie den Film „Die Welle“, der in der „Kulisse Ettlingen“ zweimal am Vormittag gezeigt wurde.

Der Film basiert auf einem Experiment, das 1967 an einer kalifornischen Highschool stattfand. Die Drehbuchautoren übertrugen das Experiment auf deutsche Verhältnisse und in die Gegenwart, wobei sie sich auf die Originalprotokolle des amerikanischen Lehrers stützten.

Wie funktioniert das System Faschismus? Wie funktioniert Verführung? Wie würde man sich selbst verhalten? Wäre man Mitläufer wie Dennis, Fanatiker wie Tim, würde man sofort Widerstand leisten wie Karo oder würden einem erst allmählich die Augen aufgehen wie dem Schüler Marco?

Der Film wurde im Rahmen des Projekts „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ gezeigt, an dem die Wilhelm-Röpke-Schule bereits im dritten Jahr teilnimmt.

Link zur Homepage des Films

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Schweigeminute für die Opfer von Rassismus und Gewalt (Dez ´07)

Am 01.12.07 war ein Aufmarsch von Neonazis in Ettlingen geplant.

Die Schule ist seit dem Schuljahr 2005/06 Teil des Netzwerkes „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Die Lehrer/innen und Schüler/innen nutzten diese Gelegenheit, um ein Zeichen gegen Rechtsradikalismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt zu setzen. In der zweiten Schulstunde diskutierten Lehrer/innen und Schüler/innen über den Rechtsradikalismus und die Ziele der Neonazis.

Anschließend wurde ein von der Schülermitverwaltung (SMV) gestaltetes Transparent entrollt und am Schulgebäude befestigt. Mit einer Schweigeminute wurde der Opfer von Rassismus und Gewalt gedacht.

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Bericht über Ausflug nach Struthof (Juli 07)

Wie auch schon im Vorjahr verpflichtete sich auch im laufenden Schuljahr die Mehrheit der Schüler und Schülerinnen der Wilhelm-Röpke-Schule zu einem gewaltfreien und respektvollen Umgang miteinander – ohne Diskriminierung und Rassismus.

Im Schuljahr 2006/07 wurde im Rahmen dieser Selbstverpflichtung ein Theaterstück eingeübt und aufgeführt, das sich gegen Ausgrenzung und Ablehnung wendet. Der Erlös der beiden Aufführungen deckte nicht nur die Kosten, sondern ermöglichte allen Beteiligten und interessierten Schüler/innen einen Ausflug ins Elsaß, der von Herrn StRef Patrick Siebert organisiert wurde. Das Ziel stand in thematischen Zusammenhang mit dem Projekt – es war das ehemalige Konzentrationslager Struthof bei Natzwiller.

Die typische Schulausflugsstimmung verschwand rasch, als man zu Beginn das etwas abseits gelegene Gebäude besichtigte, in dem die sogenannten "medizinischen Experimente" zur Wirksamkeit verschiedener Gase durchgeführt wurden.

Danach besuchte die Gruppe das eigentliche Lager. Ein doppelter Stacheldraht begrenzt das Lager; nachdem man das Tor durchschritten hatte, umfasste einem ein Gefühl der Beklemmung. „Wenn man es selbst sieht, ist es etwas anders als wenn man es erzählt bekommt“, meinte eine Schülerin.

Jürgen Ziegler von der Gewerkschaft Verdi, der die Gruppe durch das Gelände führte, beschäftigt sich seit 30 Jahren mit der Geschichte von Struthof und erzählte sehr lebendig, wie das Leben im Lager ablief. Viele seiner Gespräche mit ehemaligen Häftlingen fanden Eingang in sein Buch „Mitten unter uns“, das er über Struthof veröffentlichte.

Das oben erwähnte Theaterstück der Wilhelm-Röpke-Schule hatte übrigens den Titel „Unter uns“.

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Informationen zum Projekt „SOR - SMC“

GESCHICHTE UND STRUKTUR DES PROJEKTS

Die Idee von „Schule ohne Rassismus“ wurde 1988 von Schüler/innen und Jugendarbeiter/innen in Belgien entwickelt. Sie wollten auf diese Weise aktiv gegen Diskriminierung und Rassismus eintreten. Das Projekt war so erfolgreich, dass es 1992 als in den Niederlanden eingeführt wurde. 1995 führte der Verein AktionCourage e. V. das Projekt in Deutschland ein. Mittlerweile tragen europaweit mehr als 600 Schulen den Titel „SOR-SMC“, davon 248 in Deutschland.

WIE WIRD MAN EINE „SOR-SMC“?

Will eine Schule eine „SOR-SMC“ werden, bedarf es dazu des Willens und der Initiative der Schüler/innen. Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt werden:

  • 70% aller direkten Angehörigen der Schule (Schüler/innen, Lehrer/innen, Sekretärinnen, Hausmeister usw.) dokumentieren per Unterschrift (siehe nebenstehende Unterschriftenliste) gegen Gewalt, Diskriminierung und Rassismus aufzutreten.
  • Die Schüler/innen verpflichten sich langfristig Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln, um Diskriminierung, insbesondere Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu überwinden, beispielsweise durch:

- Kunstaktionen
- multikulturelle Schulfeste
- Patenschaften mit ausländischen Schulen
- Projekte
- Vorträge     

VIELES GEHT BESSER MIT PATINNEN UND PATEN

Der Titel „SOR-SMC“ wird den Schüler/innen und somit der Schule in einem feierlichen Festakt übergeben. Die Schüler/innen sollen sich eine Patin oder einen Paten für ihre Schulen suchen. Häufig sind diese Personen aus den Bereichen Kunst, Politik, Medien oder Sport, wie zum Beispiel die Popgruppen Die Prinzen oder Brothers Keepers, der Politiker Cem Özdemir, die Bundesligastars Michael Preetz oder Marco Bode, die Schauspielerin Iris Berben oder Zeitzeugen des Nationalsozialismus. Indem sich die Paten öffentlich für das Anliegen einsetzen, werden die Schüler/innen nicht nur am Tag der Titelübergabe, sondern dauerhaft in ihrem Engagement unterstützt. Wenn am Ende des Festaktes das Schild „SOR-SMC“ gut sichtbar an der Schule angebracht wird, haben alle dazu beigetragen, ihrer Schule in diesem Sinne auch öffentlich ein zusätzliches, neues Profil zu geben.

DIE ÖFFENTLICHE RESONANZ AUF DAS PROJEKT „SOR-SMC“

Die Arbeit der Schüler/innen wird nicht nur schulintern aufmerksam verfolgt, sondern auch durch die lokalen und überregionalen Medien.

Das Projekt wurde bereits mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt. So erhielt es…

  • den Jugendkulturpreis NRW (1996 und 1998),
  • den Förderpreis „Demokratie leben“ des Deutschen Bundestages (1997 und 1999),
  • den Aachener Friedenspreis (1997),
  • den Civis-Preis des WDR Köln (1997),
  • den Heinrich-Bußman-Preis der SPD Lünen (1997),
  • die Buber-Rosenzweig-Medaille vom Dt. Koordinierungsrat der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit 2001 und
  • 2004 eine Auszeichnung als Botschafter der Toleranz vom Bündnis für Demokratie und Toleranz.

Weitere Infos:
www.schule-ohne–rassismus.org
SOR-SMC, Bundeskoordination, Ahornstrasse 5, 10787 Berlin. Tel.: (030) 21 45 860, Fax: (030) 21 45 8620

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Theaterstück „Unter uns“ (März ´07)

Auch in diesem Schuljahr haben sich die Schülerinnen und Schüler der Eingangsklassen mit ihrer Unterstützung zum Motto der Schule „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage„ bekannt. Sie wollen sich wie die älteren Schülerinnen und Schüler und auch das Kollegium gegen Intoleranz und Vorurteile stellen und couragiert gegen Rassismus vorgehen.

SMV und Kollegium unterstützen das neue Projekt im Schuljahr 2006/07, das von Schülerinnen und Schülern der Vollzeitschularten getragen wird. Es ist erfreulich, dass sich so schnell interessierte junge Menschen gefunden haben, die ihre Talente für das Theaterstück einbringen wollen. Die ersten Proben beginnen schon nach den Herbstferien, damit genug Zeit ist bis zur Aufführung im Frühjahr. Das Theaterspielen soll eine Ergänzung zum schulischen Leben und keine Last sein. Wichtig ist uns allen, dass der Teamgeist gefördert wird und sich alle mit dem Thema der Ausgrenzung und Ablehnung von Andersartigen auseinander setzen.


Projektbeschreibung

Werbung/Eintrittskarten: Ohne Werbung läuft nichts!

(U.R.) Am 22. und 23. März wird an der Wilhelm-Röpke-Schule das Theaterstück „Unter uns“ zum Thema Ausgrenzung und Ablehnung aufgeführt.

Nachdem sich in einer Abstimmung zu Beginn des Schuljahres die Schüler und Schülerinnen wieder zum Motto „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ bekannt hatten, konnte das Theaterprojekt angegangen werden. Es hatten sich schnell Schüler und Schülerinnen gefunden, die sich auf und hinter der Bühne engagieren wollen.

„Ich finde es gut, dass dieses Theaterstück an der Schule aufgeführt wird“, meint Jennifer Wegner aus der Klasse 1/3 (12. Klasse) des Wirtschaftsgymnasiums. Zusammen mit ihrem Klassenkameraden Michael Künzler, der schon ein Praktikum in einem Graphikstudio gemacht hat, gestaltet sie ein Plakat für die Werbung. In den Mittelpunkt des Plakats haben sie eine Karte der Welt gestellt, da Ausgrenzung ein globales Problem darstellt. Auch die Eintrittskarten haben sie bereits entworfen. Jennifer Wegner und Michael Künzler werden die einzelnen Arbeitsschritte und ihre Ergebnisse in einer GFS im Fach Mediengestaltung dokumentieren. Beide haben auch zu Hause das notwendige Grafikprogramm – Mediengestaltung ist für sie wohl mehr als nur ein Fach unter vielen.

Michael Künzler, Jennifer Wegner


Ton und Musik:

(U.R.) Wie engagiert man sich für ein Theaterstück, das an der Schule aufgeführt werden soll, wenn man kurz vor dem Abitur steht?

Diese Frage stellten sich Fabian Albert und Daniel Grabetz und fanden, dank ihrer besonderen Interessen, auch die Antwort: Sie übernahmen die Regie bei Ton und Musik.

Das Stück handelt von einer Familie, die durch die Freundschaft der Tochter mit einem jungen Türken in große Turbulenzen gerät. Mit ihrer Musikauswahl wollen die beiden auch musikalisch die Wandlung des Vaters, der zu Beginn starke Vorurteile gegenüber dem jungen Mann hat, nachvollziehen. Sie wählten Musik mit einem „leichten rechten Touch“ für den Anfang aus und wechselten dann zu einer „neutraleren“ musikalischen Untermalung.

Außer für die Musikauswahl sorgen sie auch für den richtigen Ton bei den Aufführungen. Die Schauspieler auf der Bühne sollen die Musik hören, gleichzeitig muss auch der Ton im Zuschauerraum perfekt ausgeglichen werden. Daniel Grabetz, der selbst Schlagzeug spielt und das Jungmusiker-Leistungsabzeichen (JMLA) hat, wählte auch „Musik“ als Unterrichtsfach. Fabian Albert hat schon bei einem Konzert für die Tonabmischung gesorgt. Beide verbindet ihre Liebe zur Musik. Im Moment probieren sie noch aus, ob ein CD-Player als Tonquelle reicht oder der Raum eine größere Anlage erfordert.

Also: Es lohnt sich bei der Aufführung auch auf den Ton und die Musik zu achten!

v.l.n.r.: Fabian Albert, Daniel Grabetz

Schauspielerinnen: „Ja, wir machen mit!“

(P.K.) Seit Oktober 2006 beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit den betreuenden Lehrern mit dem Theaterstück „Unter uns“, das vom Autor (Hans-Georg Kraus) auch als Streitstück bezeichnet wird. Schon bei der ersten Leseprobe wurde deutlich, dass das Stück provoziert und polarisiert. Aber gerade das finden die Schauspieler/innen gut. Sie sind voller Begeisterung bei den Proben dabei und versuchen den Familienstreit der Hauptfiguren gerade richtig, nicht übertrieben darzustellen.

Warum haben sie sich dem Theaterprojekt angeschlossen, das im Rahmen des Großprojektes „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ in diesem Schuljahr läuft? Derya Elceoglu-Stadler spielt den Familienvater und sagt, sie könne sich gut vorstellen, dass solche Vorurteile weit verbreitet seien und nur schwer zu durchbrechen seien. Aber es mache ihr doch Spaß, sich in diese Rolle hineinzuversetzen. Sina Werne spielt die Tochter Bianca und schafft es mit ihrem Temperament die etwas anders als der Vater denkende verliebte Tochter realistisch zu verkörpern.

Karolina Mäge hat die schwierige Aufgabe, den türkischen Freund von Bianca zu verkörpern, der den sturen Vater mit seiner sachlichen und freundlichen Art sozusagen „bekehrt“.

Jana Weiss und Julia Schumacher spielen die beiden Söhne der Familie und Tülay Arslan hat als Mutter alle Hände voll zu tun, die beiden und ihren Mann zu beruhigen, wenn es um die Ausländerproblematik und ihre verliebte Tochter geht.

Alle sind sich einig, dass es sich lohnt, gemeinsam Theater zu spielen, denn dieses Streitstück hat bei aller Ernsthaftigkeit ein hohes Maß an Unterhaltungswert.

Sie hoffen auf ein reges Interesse, wenn sie im März Premiere haben.

v.l.n.r.: Julia Schumacher, Danijela Knezevic, Tülay Arslan,
Jana Weiss, Derya Elceoglu-Stadler, Sina Werne, Karolina Mäge


Bewirtung:         

Mit einem praktischen Beispiel für angewandte Betriebswirtschaftslehre haben sie wohl nicht gerechnet – als sie sich für den Ausschank von Getränken bei den zwei Aufführungen des Theaterstückes meldeten. Simon Lüderwald und Nadine Lange aus der Klasse 2/1 des Wirtschaftsgymnasiums wollten das Projekt unterstützen, müssen aber andererseits auf das Abitur lernen. Der betreuende Lehrer, Patrick Siebert, unterstützte sie engagiert bei der Planung. Zunächst schätzte man den Markt ein, wobei auf eine detaillierte Marktanalyse per Umfrage aus Zeit- und Kostengründen verzichtet wurde: Wie viele Menschen werden zur Aufführung kommen? Wie viele davon werden durstig? Was werden sie trinken? Daran wurde das unternehmerische Handeln ausgerichtet: Bei welchem Lieferanten soll eingekauft werden? Welcher Preis wird festgelegt?

Aus dem Erlös des Getränkeverkaufs soll ein Ausflug der Theater-Mitwirkenden ins Elsaß finanziert werden, u. a. um das Konzentrationslager Strutthof zu besuchen.

Wie jeder Unternehmer hoffen sie nun, dass sie die Nachfrage richtig eingeschätzt haben und sich keine Finanzierungslücke auftut. In diesem Sinne kann man ihnen nur einen Ansturm auf die Getränke wünschen.


Kulisse - Requisiten:

v.l.n.r.: Stefanie Weindler, Vanessa Looser,
Carina Gerlings, Denise Kolasch, Haben Berhane


Erfolgreicher Abschluss des Theater-Projekts „Unter uns“

Zwei Aufführungen des Theaterstücks vor „ausverkauftem Haus“ bildeten den Abschluss des Projekts „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" im Schuljahr 2006/2007. Jedes Schuljahr entscheiden sich die Schüler und Schülerinnen der Wilhelm-Röpke-Schule erneut, ob sie sich diesem Motto verpflichten wollen. In dem laufenden Schuljahr haben sich über 80% dafür entschlossen.

Über zwanzig Schüler und Schülerinnen des Wirtschaftsgymnasiums beteiligten sich an dem Theaterprojekt und sorgten für Licht, Ton, Requisiten und Catering. Den Darstellern auf der Bühne gelang es, die Botschaft des Stückes - nämlich „Miteinander geht’s besser“ - den Zuschauern zu vermitteln.

Bei einer kleinen Feier dankte die Schulleiterin Petra Kerth den Mitwirkenden für ihr Engagement und ihre Einsatzbereitschaft und überreichte ihnen eine Urkunde, die ihre Teilnahme an dem Projekt bestätigt. Immer mehr Unternehmen achten bei der Auswahl ihrer Auszubildenden auch darauf, ob diese über soziale Kompetenz verfügen. So gesehen gehört die Urkunde zu den Bewerbungsunterlagen. Wer sich so für ein Projekt engagiert, verfügt über Teamfähigkeit und Einsatzbereitschaft.

Nicht nur ideell war das Theaterprojekt ein Gewinn. Durch die Einnahmen aus dem Karten- und Getränkeverkauf kann der geplante Ausflug der Mitwirkenden ins Elsass finanziert werden. Im Juni werden sie dort u. a. das Konzentrationslager Struthof besichtigen.

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Zeitzeugenbericht Hermann Zimmermann (Feb ´06)

In sehr einfühlsamer Weise berichtete Herr Zimmermann wie er mit seiner Familie als Juden unter den Verfolgungen durch das NS-Regime zu leiden hatte. Gebannt lauschten die Schüler den Schilderungen, wie er und seine Geschwister eins um andere Mal knapp dem Tod entgangen sind.

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Film „Jud Süß“ (1940) von Veit Harlan (Nov ´05)

Schülerinnen und Schüler sowie das Kollegium der Schule schauen auf drei Tagen verteilt den Propagandafilm der NSDAP. Im Anschluss daran erfolgt jeweils eine ausführliche Filmanalyse mit Herrn Felsmann vom Institut für Kino und Filmkultur.

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Besondere Courage gewürdigt

Wilhelm-Röpke-Schule setzt Zeichen gegen Rassismus und wird zur „SOR-SMC-Schule“ ernannt

Der Wilhelm-Röpke-Schule wurde der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verliehen. Sie gehört damit zu den 17 Schulen in Baden-Württemberg, deren Schüler/innen sich zum gewaltfreien und respektvollen Umgang miteinander bekennen - ohne Diskriminierung und Rassismus. In einer Umfrage erklärten sich 80,8% unserer Schüler/innen dazu bereit.
Im Rahmen einer außerordentlichen Sitzung der Schülermitverwaltung (SMV) nahmen die Schülersprecher der Schule, Lisa Francke und Oliver Rastätter, die Urkunde der „Aktion Courage“ und eine entsprechende Tafel für den Eingangsbereich der Schule entgegen.

Die Wilhelm-Röpke-Schule nimmt damit unter den Schulen des Landkreises Karlsruhe eine besondere Stellung ein, betonte Bernhard Böser, Leiter des Amtes für Schule und Kultur im Landratsamt. Er bedankte sich bei der SMV und der Verbindungslehrerin Karola Wiemers, die gemeinsam mit den Schüler/innen engagiert die Aktion getragen haben.
Die Schüler/innen der Schule schauten sich gemeinsam den NS-Propagandafilm „Jud Süß“ an und hatten anschließend die Gelegenheit noch in dem Ettlinger Kino „Kulisse“ über ihre Eindrücke zu sprechen. Anschließend wurde der Besuch des Filmes in einer Umfrage von der SMV ausgewertet.
Der Besuch des Zeitzeugen Hermann Zimmerman an der Schule war ein zweiter zentraler Punkt der Aktion. Der über 80-jährige, in den USA lebende Zeitzeuge berichtete über die NS-Zeit und die Judenverfolgung.
Das Fach Geschichte/Gemeinschaftskunde bot sich für weitere Projekte zum Thema an; so wurden entsprechende Ausstellungen besucht und eine GFS zum Thema im Wirtschaftsgymnasium geschrieben.

Margarete Schäfer vom Regierungspräsidium, Abteilung Schule und Bildung, zitierte „Feindselige Normalität besteht dann, wenn ganz subtil Menschen verachtet werden.“ Es ist nicht nur der offen erkennbare Rassismus, der gefährlich ist. Wie Roman Herzog sagte, „beginnt das meiste Unrecht im Kleinen“. Deshalb sei es wichtig, hinzusehen, wenn etwas nicht gerecht sei und öffentlich gegen ein Unrecht vorzugehen.
Manfred Bernius vom Staatsschutz wies darauf hin, dass viele Eltern und auch Pädagogen mit den Symbolen und Sprachregelungen mit rassistischem Hintergrund nicht vertraut seien und hier dringend Informationsbedarf bestünde.
Die Auseinandersetzung mit dem Thema „Rassismus“ schafft Bewusstseinsprozesse und es bleibt zu wünschen, dass die von der Schulleiterin Petra Kerth initiierte Aktion an der Schule weitergeführt wird.          

In jedem Schuljahr kommen neue Schüler/innen in die Schule. Wir hoffen, dass sich auch diese Schüler/innen für einen „Schule ohne Rassismus, eine Schule mit Courage“ aussprechen und entsprechende Projekte wie z.B. ein Theaterstück zum Thema, durchgeführt werden können. Frau Kerth sicherte ihre Unterstützung für weitere Aktionen zu.

Aber das ist Zukunftsmusik. Am Ende dieses Schuljahres dürfen die SMV und die Schüler/innen der Wilhelm-Röpke-Schule stolz darauf sein, in der Eingangshalle das Schild „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ präsentieren zu können.

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